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Pho Bo Rezept: Vietnamesische Rindfleischsuppe aus Hanoi
Eine dampfende Schüssel Pho Bo, der Duft von geröstetem Ingwer und Sternanis, zartes Rindfleisch und weiche Reisnudeln: So schmeckt ein Stück vietnamesischer Esskultur. Bei der Pho nach Hanoi-Art steht die Brühe im Mittelpunkt. Sie soll klar, aromatisch und angenehm kräftig sein, ohne dass einzelne Gewürze den Geschmack überlagern.
Mit diesem Pho Bo Rezept kannst du die vietnamesische Rindfleischsuppe zu Hause selbst zubereiten. Die Brühe braucht Zeit, doch die Geduld lohnt sich: Durch langsames Köcheln entsteht ein ausgewogener Geschmack, der die Grundlage jeder guten Schüssel Pho bildet.

Was ist Pho Bo?
Pho Bo ist eine vietnamesische Reisnudelsuppe mit Rindfleisch. „Bò“ bedeutet auf Vietnamesisch Rind. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören eine aromatische Knochenbrühe, flache Reisnudeln, dünn geschnittenes Rindfleisch sowie Frühlingszwiebeln und frischer Koriander.
Die Geschichte der Pho ist eng mit Nordvietnam, insbesondere Nam Dinh und Hanoi, verbunden. Ihr genauer Ursprung ist jedoch nicht abschließend geklärt. Verschiedene Erklärungen verweisen auf vietnamesische Kochtraditionen sowie chinesische und französische Einflüsse. vietnamtourism.gov.vn
Auch innerhalb Vietnams unterscheiden sich die Zubereitungen. Im Norden wird Pho meist zurückhaltender garniert, während südliche Varianten häufig mit mehr frischen Kräutern und weiteren Beilagen serviert werden. Vietnam Tourism
Dieses Rezept orientiert sich am klaren, ausgewogenen Geschmack der Hanoi-Küche. Die Kombination aus Rinder- und Schweineknochen sowie das Rösten der Knochen gehören zu dieser Rezeptvariante; die Zubereitung unterscheidet sich je nach Familie und Küche.
Wie schmeckt Pho nach Hanoi-Art?
Die Brühe schmeckt herzhaft, mit einer feinen natürlichen Süße und einer dezenten Gewürznote. Geröstete Zwiebeln und Ingwer bilden die aromatische Grundlage. Zimt, Sternanis und schwarzer Kardamom ergänzen sie, ohne den Fleischgeschmack zu verdrängen.
Dazu kommen dünne Scheiben gekochtes Rindfleisch, weiche Reisnudeln und frische Kräuter. Optional sorgen getrocknete Sá sùng für zusätzliche Geschmackstiefe. Auch ohne diese besondere Zutat lässt sich eine aromatische Pho-Brühe zubereiten.
Pho Bo Rezept im Überblick
- Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll
- Portionen: etwa 8 große Schüsseln
- Vorbereitung: etwa 45–60 Minuten, zusätzlich 2 Stunden Einweichzeit
- Garzeit der Brühe: etwa 6–8 Stunden
- Garzeit des Fleisches: etwa 1,5–2 Stunden, je nach Zuschnitt auch länger
- Kühlzeit des Fleisches: etwa 2–3 Stunden
Ein Teil der Arbeit lässt sich parallel erledigen: Während die Knochenbrühe köchelt, kannst du das Fleisch garen und die weiteren Zutaten vorbereiten.
Zutaten für die vietnamesische Rindfleischsuppe
Für die Brühe und das Fleisch
- 1 kg Rinderknochen, möglichst eine Mischung aus Mark- und Gelenkknochen
- 1 kg Schweinemarkknochen
- 700 g gut durchwachsene Rinderbrust für gầu
- 600 g Rindfleisch zum Sieden, beispielsweise Brust oder Querrippe, für nạm
- etwa 7–8 Liter kaltes Wasser als Ausgangsmenge, abhängig von der Topfgröße
- 6 Schalotten
- 2 größere Stücke frischer Ingwer
- 2 Zwiebeln für die Brühe
- 2–3 kleine Stücke Zimtstange
- 2–3 Sternanis
- 2–3 Kapseln vietnamesischer schwarzer Kardamom, thảo quả
- 3–4 getrocknete Sá sùng, optional
- 1 kleines Stück Zuckerrohr, optional
- Fischsauce
- grobes Salz
- etwas Kandiszucker nach Geschmack
- etwas klarer Reisschnaps, optional für die Vorbereitung
Hinweis zum Fleisch: Vietnamesische Fleischbezeichnungen lassen sich nicht immer exakt deutschen Zuschnitten zuordnen. Bitte deine Metzgerei um gut durchwachsene Stücke, die beim langsamen Garen zart werden und sich anschließend dünn schneiden lassen.
Für die Suppenschüsseln
- etwa 800 g getrocknete Pho-Reisnudeln oder eine entsprechende Menge frische Reisnudeln
- 1 zusätzliche kleine Zwiebel
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 1 Bund frischer Koriander
- saubere Korianderwurzeln und Frühlingszwiebelwurzeln, sofern vorhanden
Zum Servieren
- Quẩy, vietnamesische frittierte Teigstangen
- Chilisauce oder frische Chili
- Knoblauchessig
- Limettenspalten nach Geschmack
Pho Bo selber machen: Schritt für Schritt
1. Knochen vorbereiten und rösten
Lege die Rinder- und Schweineknochen für etwa 2 Stunden in kaltes Wasser. Gib etwas grobes Salz, zerdrückten Ingwer und nach Wunsch einen kleinen Schuss Reisschnaps hinzu. Stelle die Knochen während dieser Zeit kühl.
Gieße das Einweichwasser ab. Blanchiere die Knochen anschließend 5–7 Minuten in einem großen Topf mit kochendem Wasser. Schütte dieses Wasser weg und entferne anhaftende Rückstände gründlich mit frischem Wasser.
Verteile die abgetropften Knochen auf einem Backblech. Röste sie bei 200–230 °C Ober-/Unterhitze etwa 20–30 Minuten, bis sie leicht gebräunt sind. Sie sollen nicht schwarz werden.
Das Rösten gibt dieser Rezeptvariante zusätzliche Röstaromen und eine etwas kräftigere Farbe. Für eine besonders helle Brühe kannst du diesen Schritt auslassen.
2. Rindfleisch separat garen
Gib das Fleisch kurz in kochendes Wasser mit etwas Salz und zerdrücktem Ingwer. Nach Wunsch kannst du einen kleinen Schuss Reisschnaps hinzufügen.
Gieße das Blanchierwasser ab und entferne sichtbare Rückstände vom Fleisch.
Lege das Fleisch in einen zweiten Topf und bedecke es mit frischem kaltem Wasser. Gib einen Teil des Ingwers, 2–3 Schalotten und etwas Salz hinzu.
Bringe das Wasser zum Kochen und reduziere anschließend die Hitze. Lasse das Fleisch bei niedriger Temperatur etwa 1,5–2 Stunden sanft garen. Entferne den aufsteigenden Schaum regelmäßig.
Das Fleisch ist fertig, wenn es sich leicht mit einem Spieß einstechen lässt, aber noch gut zusammenhält. Je nach Größe und Zuschnitt kann es länger dauern.
Nimm es aus dem Sud, lasse es kurz ausdampfen und kühle es anschließend zügig ab. Bewahre es abgedeckt etwa 2–3 Stunden im Kühlschrank auf. Gekühlt lässt es sich besonders dünn schneiden.
Den Fleischsud kannst du später durch ein feines Sieb zur Knochenbrühe geben, sofern er geschmacklich ausgewogen ist.
3. Zwiebeln, Ingwer und Gewürze vorbereiten
Halbiere die beiden Zwiebeln und röste sie zusammen mit den übrigen Schalotten und dem restlichen Ingwer in einer trockenen Pfanne oder im Backofen.
Die Schnittflächen und die Ingwerschale dürfen leicht dunkel werden. Entferne stark verbrannte Stellen, damit die Brühe nicht bitter schmeckt.
Falls du saubere Koriander- oder Frühlingszwiebelwurzeln hast, kannst du diese ebenfalls kurz anrösten.
Röste Zimt, Sternanis und schwarzen Kardamom in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze etwa 2–3 Minuten, bis sie duften. Gib sie anschließend in ein Gewürzsäckchen oder einen ausreichend großen Gewürzfilter.
4. Pho-Brühe langsam köcheln lassen
Gib die vorbereiteten Knochen in einen großen Topf. Füge geröstete Zwiebeln, Schalotten und Ingwer hinzu. Optional kommen das Zuckerrohr und die nach Packungsanweisung vorbereiteten Sá sùng dazu.
Gieße kaltes Wasser auf, sodass die Knochen etwa 5–7 cm bedeckt sind. Für diese Menge benötigst du ungefähr 7–8 Liter; entscheidend ist die Form deines Topfes.
Erhitze den Inhalt langsam. Sobald das Wasser zu köcheln beginnt, reduziere die Hitze deutlich.
Lasse die Brühe 6–8 Stunden sanft ziehen. An der Oberfläche sollen nur kleine Bläschen aufsteigen. Entferne Schaum und überschüssiges Fett regelmäßig und rühre möglichst wenig um.
Du kannst den Topf offen oder mit leicht aufgelegtem Deckel führen. Entscheidend ist, dass die Brühe nicht sprudelnd kocht. Ergänze bei Bedarf etwas heißes Wasser, wenn zu viel Flüssigkeit verdampft.
Gib das Gewürzsäckchen zunächst für die letzte 1–2 Stunden dazu. Probiere zwischendurch und entferne es, sobald die Gewürznote ausreichend kräftig ist.
5. Brühe abseihen und abschmecken
Entferne Knochen, Gemüse und Gewürze. Gieße die Brühe durch ein feines Sieb in einen sauberen Topf, ohne die festen Bestandteile auszudrücken.
Gib nach Wunsch einen Teil des abgesiebten Fleischsuds hinzu. Eine feste Mischquote ist nicht nötig: Entscheidend sind Geschmack und Intensität.
Schmecke die Brühe mit Salz, Fischsauce und bei Bedarf etwas Kandiszucker ab. Füge die Fischsauce gegen Ende hinzu und dosiere sie schrittweise.
Die fertige Brühe darf etwas kräftiger schmecken als eine gewöhnliche Suppe, da die ungewürzten Reisnudeln einen Teil der Würze aufnehmen.
Tipp: Kandiszucker ist eine Möglichkeit zum Abschmecken, aber kein Muss. Die Süße soll dezent bleiben.
6. Nudeln und Einlagen vorbereiten
Bereite die Pho-Reisnudeln nach Packungsanweisung zu. Verwende dafür einen separaten Topf, damit keine zusätzliche Stärke in die Brühe gelangt.
Schneide das gekühlte Rindfleisch mit einem scharfen Messer in dünne Scheiben, möglichst quer zur Faser.
Schneide die Frühlingszwiebeln klein, die zusätzliche Zwiebel in sehr dünne Scheiben und den Koriander grob. Die weißen Teile der Frühlingszwiebeln kannst du längs halbieren.
7. Pho Bo anrichten
Wärme die Suppenschüsseln mit heißem Wasser vor und gieße es anschließend ab.
Verteile die Reisnudeln auf die Schüsseln. Lege die dünnen Fleischscheiben darauf und ergänze Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und Koriander.
Wenn das Fleisch noch sehr kalt ist, kannst du es zuvor kurz in der heißen Brühe erwärmen. Gieße anschließend die sehr heiße Pho-Brühe über Nudeln und Einlagen.
Serviere die Pho Bo sofort. Dazu passen Quẩy, etwas Chili und Knoblauchessig.
Tipps für eine klare, aromatische Pho-Brühe
- Sanft köcheln: Zu starkes Kochen kann Fett und feine Partikel in der Brühe verteilen und sie trüben.
- Wenig umrühren: So bleiben Rückstände leichter an der Oberfläche oder am Topfboden.
- Gewürze kontrolliert dosieren: Zimt, Sternanis und schwarzer Kardamom sollen den Geschmack ergänzen.
- Fett nicht vollständig entfernen: Eine dünne Schicht Rinderfett trägt zum Aroma bei.
- Nudeln separat zubereiten: Das verhindert, dass ihre Stärke die Brühe verändert.
- Erst zum Schluss abschmecken: Während des langen Köchelns verdampft Wasser und der Geschmack wird konzentrierter.
Wo kann man Pho-Zutaten in Deutschland kaufen?
Rinderknochen, Schweineknochen und geeignetes Suppenfleisch bekommst du in vielen Metzgereien oder auf Vorbestellung an einer Fleischtheke. Beschreibe am besten, dass du eine lange gekochte Brühe und dünn geschnittenes Siedefleisch zubereiten möchtest.
Pho-Reisnudeln, Fischsauce, Sternanis und Zimt findest du in asiatischen Lebensmittelgeschäften und entsprechenden Onlineshops.
Bei schwarzem Kardamom solltest du gezielt nach thảo quả für vietnamesische Pho fragen. Grüner Kardamom hat ein anderes Aroma und ist kein gleichwertiger Ersatz.
Sá sùng sind eine spezielle Zutat und können schwer erhältlich sein. Frage gezielt danach; du kannst sie für dieses Rezept auch weglassen. In Leipzig lohnt sich eine Nachfrage bei einem Asia-Supermarkt, bevor du für seltene Zutaten eigens hinfährst.
Häufige Fragen zum Pho Bo Rezept
Warum wird meine Pho-Brühe trüb?
Häufig liegt es an zu starkem Kochen oder häufigem Umrühren. Dabei verteilen sich Fett und feine Partikel stärker im Wasser. Blanchiere die Knochen, entferne Schaum und lasse die Brühe anschließend nur sanft köcheln.
Ein geschlossener Deckel macht die Brühe nicht automatisch trüb. Er kann jedoch dazu führen, dass der Topfinhalt bei unveränderter Hitze stärker kocht.
Muss ich die Knochen für Pho rösten?
Nein. Das Rösten ist eine Variante, die zusätzliche Röstaromen und eine kräftigere Farbe erzeugt. Für eine hellere Brühe kannst du die Knochen nach dem Blanchieren direkt zum Auskochen verwenden.
Kann ich Pho Bo ohne Schweineknochen kochen?
Ja. Ersetze die Schweineknochen durch weitere Rinderknochen und stimme die Wassermenge auf die Knochenmenge und deinen Topf ab. Auch eine reine Rinderbrühe eignet sich für Pho Bo.
Sind Sá sùng für Pho notwendig?
Nein. Sie können der Brühe zusätzliche Geschmackstiefe geben, sind aber für eine selbst gekochte Pho nicht zwingend erforderlich.
Warum wird das Fleisch vor dem Schneiden gekühlt?
Gekühltes Fleisch ist fester und lässt sich leichter in dünne, gleichmäßige Scheiben schneiden. Schneide möglichst quer zur Faser, damit die Scheiben angenehm zu essen sind.
Woran erkenne ich eine gelungene Pho nach Hanoi-Art?
Die Brühe ist klar und ausgewogen, mit einer feinen Gewürznote. Das Fleisch ist zart, die Reisnudeln sind weich, aber nicht matschig. Keine einzelne Zutat sollte den gesamten Geschmack überdecken.
Kann ich Pho Bo am Vortag vorbereiten?
Ja. Brühe und Fleisch lassen sich gut vorbereiten. Kühle beides nach dem Kochen zügig ab, teile große Mengen Brühe dafür auf kleinere Behälter auf und bewahre sie im Kühlschrank auf.
Erhitze die Brühe vor dem Servieren gründlich. Bereite Nudeln, Zwiebeln und Kräuter möglichst frisch zu und setze die Suppenschüsseln erst unmittelbar vor dem Essen zusammen.

Content Writer
Mit über 2 Jahren Erfahrung in der Erstellung von Inhalten rund um Reisen, Kultur und Kulinarik verfasse ich informative und inspirierende Beiträge. Bei VietNatur möchte ich Geschichten über vietnamesische Spezialitäten, einzigartige Aromen und die Schönheit der vietnamesischen Kultur teilen – und als Brücke dazu beitragen, diese auf authentische Weise internationalen Freunden näherzubringen.
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Content Writer Mit über 2 Jahren Erfahrung in der Erstellung von Inhalten rund um Reisen, Kultur und Kulinarik verfasse ich informative und inspirierende Beiträge. Bei VietNatur möchte ich Geschichten über vietnamesische Spezialitäten, einzigartige Aromen und die Schönheit der vietnamesischen Kultur teilen – und als Brücke dazu beitragen, diese auf authentische Weise internationalen Freunden näherzubringen.
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